Ein Hinweis für alle Radfahrer

23.06.2008 @ 07.42, Posted in Biking

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Radsport ist – egal mit welcher Intensität und in welcher Liga ausgeübt – ein hoch kompetitiver Sport. Neben der naheliegenden Bewertung nach körperlicher Leistungsfähigkeit gibt es mehrere andere, parallel ausgetragene Einzelwertungen, u.a. Wadendefinitionsgrad, Schuhwerk, Oberschenkelumfang, Bräunungsgrad, Zusammenspiel von Sonnenbrille und Helm, sowie die allgemeine Haltungsnote, im wesentlichen eine Kombinationswertung aus Radpreis und Posingfaktor.

Es ist daher kein Wunder, dass man vorbeikommende Radler (egal ob entgegenkommend oder überholend, überholt werdend) kritisch beäugt – immerhin muss innerhalb weniger Sekunden die Hierarchie in allen oben erwähnten Einzelwertungen hergestellt, und der Gegner entweder als Eierbär (langsamer, blader oder billigeres Rad) oder Arschloch (schneller, fescher, teureres oder gleich teures Rad) identifiziert werden.

Wenn man nun so an einander vorbei radelt, den Gegner fixiert, Augen zu Sehschlitzen, kann man die Stimmung zwischen den Radfahrern (die wie oben erwähnt ohnehin schon sehr kompetitiv ist) mit einer einfachen Unterlassung noch feindlicher machen: Nicht grüssen. Nicht mal bisschen winken oder den Kopf ein klein wenig zu einem Nicken senken. Nein, einfach stur weiterfahren, aber dabei den anderen nicht aus den Augen lassen. Erst durch diese passiv-aggressive Grundhaltung wird die zufällige Begegnung zum Kampf, der Radausflug zum Wettstreit.

Allen, die nicht bereit sind für diese Meisterschaft in psychologischer Kriegführung kann ich zwei kleine Tricks empfehlen, mit denen man der mental fordernden Situation aus dem Weg geht, ohne dabei als Omega-Tier eingestuft zu werden: Das zufällig-gerade-eben-auf-den-Tacho-schauen und das genau-jetzt-einen-Schluck-aus-der-Trinkflasche-nehmen-müssen. Aber auch wenn man sich mit Hilfe dieser beiden Kniffe vor dem Zweikampf erfolgreich drücken kann, muss man sich früher oder später der Herausforderung stellen und sich am Quer-über-die-Strasse-anstarren beteiligen. Wer damit anhaltende Schwierigkeiten hat, dem empfehle ich die Anschaffung einer Hauskatze. Da kann man das angestarrt werden prima üben.

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